Stadt- und Landkreise

Landkreis Reutlingen (RT)

Im Herbst 2009 begann die Erfassung der Kleindenkmale im Landkreis Reutlingen. In 26 Gemeinden haben rund 70 ehrenamtliche Forscherinnen und Forscher rund 3.150 Kleindenkmale aufgesucht, fotografiert und beschrieben. Die Dokumentationsarbeiten in diesem Projektkreis wurden im Jahr 2011 abgeschlossen.

 

Eine Publikation ist mit einer Auswahl von 700 Kleindenkmalen erschienen:

  • Irmtraud Betz-Wischnath / Landkreis Reutlingen (Hrsg.)
  • Kleindenkmale im Landkreis Reutlingen. Ein Streifzug om Neckar zur Donau
  • Der Band kann im Kreisarchiv Reutlingen erworben werden
  • (2015) 192 S. zahlr. Abb.

Ansprechpartner

Annette Bidlingmaier

Kreisarchiv
Reutlingen

Bismarckstraße 16
72764 Reutlingen

✆ +49(7121) 4 80 13 26
kreisarchiv(at)kreis-reutlingen.de

Paul Fink

Seestraße 38
72525 Münsingen

✆ +49(7381) 37 47
paul.fink(at)gmx.net

Prof. Roland Wolf

Moselstraße 18
72768 Reutlingen

✆ +49(7121) 67 71 70
roland.wolf(at)oe.uni-tuebingen.de

 

 

 

Kleine Auswahl von Kleindenkmalen im Landkreis Reutlingen

Im Landkreis Reutlingen ist eine Vielzahl an Kleindenkmalen erfasst und dokumentiert worden. Dazu zählt beispielsweise der Marktbrunnen in Münsingen. Über der achteckigen Brunnenschale erhebt sich eine Brunnensäule mit Grotesken und einem wappentragendem Löwen mit württembergischen Hirschstangen. Er wird in die Zeit um 1600 datiert. Im Jahr 1956 ist der Löwe durch eine Kopie von Ugge Bärtle ersetzt worden.

 

Im Ortsteil Münsingen-Böttingen sind verschiedene Pumpbrunnen erhalten geblieben, die an die ehemalige Wasserversorgung des Ortes erinnern. Auch ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs ist dort errichtet worden. Ähnliche Kleindenkmale, die dem Andenken der Verstorbenen der beiden Weltkriege dienen, stehen auch in anderen Gemeinden, wie zum Beispiel in Münsingen-Auingen. 

 

 

Auf dem Gebiet des Landkreises Reutlingen sind aber auch Gemarkungsschilder, Steinkreuze, Brunnen, Wegkreuze und Vieles mehr erhalten geblieben und durch das Kleindenkmalprojekt erfasst und dokumentiert worden. Darunter auch ein Metallschild mit der Aufschrift Pfronstetten und Tigerfeld, das den Grenzverlauf der Gemarkung der beiden Ortsteile markiert.

Ein steinerner Brunnentrog mit gusseiserner Brunnensäule und zwei Ausläufen bei Bad Urach-Seeburg erinnert an die Wasserversorgung von Mensch und Tier in vergangenen Zeiten, als es noch keine Wasserleitungen und keine Kanalisation gab. Der Brunnen wird Seeburger Brünnele genannt. Es handelt um einen Laufbrunnen, der an der B 465 zwischen Seeburg und Rietheim im Gewann Türkenstein steht und ursprünglich aus dem 19. Jahrhundert stammt. Der Steintrog ist mit der Jahreszahl 1946 bezeichnet, die auf die damalige Erneuerung hindeutet. Auch im Jahr 1985 wurde der Brunnen saniert.

 

 

 

An verschiedenen Orten im Landkreis Reutlingen erinnern kleine Steinkreuze aus dem 16. Jahrhundert, die Sühnekreuze, an Menschen, die an dieser Stelle zu Tode gekommen sind (vorausgesetzt die Kreuze wurden nicht im Laufe der Jahrhunderte versetzt). Die Steinkreuze sind als Teil der Sühne von den Tätern oder Unfallverursachern aufgestellt worden und sollen an die Opfer oder Verunfallten erinnern.

 

Ein ungewöhnliches Kleindenkmal in der Böttentalstraße in Reutlingen-Böttingen ist der "Raisenbrunnen". Es handelt sich hierbei um eine offene Wasserstelle, die mit einer runden Tuffsteinmauer gefasst ist. Der Raisenbrunnen ist bereits auf der Urkarte (aus dem Jahr 1823) dargestellt und er wurde im Jahr 1992 instandgesetzt.

 

Die Pestsäule mit Marienfigur in Pfronstetten ist ein Kleindenkmal, das nach einer überstandenen Pest-Epidemie errichtet wurde. Insbesondere in der Barockzeit entstanden diese religiös motivierten Kleindenkmale in der Hoffnung, die Menschen des Orts mögen in Zukunft von der Pest und anderen Krankheiten verschont bleiben. Im katholisch geprägten Pfronstetten sind auch mehrere Bildstöcke, Wegkreuze und Kapellen erhalten geblieben.