Stadt- und Landkreise

Landkreis Sigmaringen (SIG)

Im Landkreis Sigmaringen erfolgte die flächendeckende Erfassung der Kleindenkmale in den Jahren 2001 bis 2004. Um die 50 Mitarbeiter haben in dieser Zeit insgesamt über 1.700 Objekte erfasst, darunter knapp 1.100 Feldkreuze, 170 Bildstöcke, 24 Grotten, 77 Gedenksteine und 174 Relikte früherer Wirtschaftsweisen. Zudem wurden rund 1.500 Grenzsteine aufgenommen. Die Erfassung ist in diesem Projektkreis abgeschlossen.

 

Eine Übersicht ausgewählter Kleindenkmale und Grenzsteine liegt als Publikation vor:

  • Willi Rößler
  • Feldkreuze, Bildstöcke, Gedenkstätten und Grenzsteine im Landkreis Sigmaringen
  • ISBN: 978-3-865950-43-7
  • (2005) 128 S. zahlr. Abb. 

 

 

Ansprechpartner

Willi Rößler

Schwäbischer
Albverein

Am Schönenberg 7
72488 Sigmaringen

✆ +49(7571) 1 34 36
willi.roessler(at)gmx.de

Dr. Edwin Ernst Weber

Kreisarchiv
Sigmaringen

Postfach 1462
72488 Sigmaringen

✆ +49(7571) 1 02 11 40
Edwin.Weber(at)LRASIG.de

 

 

 

Kleine Auswahl von Kleindenkmalen im Landkreis Sigmaringen

Wegkreuze

Oft weithin sichtbare Zeichen der Frömmigkeit in der Landschaft des vorwiegend katholischen Landkreises Sigmaringen sind die zahlreichen Wegkapellen, Bildstöcke und Wegkreuze. Mit einer Dichte von 0,8 Kreuzen je Quadratkilometer steht der Kreis Sigmaringen bezüglich der religiösen Wegzeichen an vorderer Stelle in Baden-Württemberg.
Die meisten Kreuze stehen an Wegen, sie begleiten die Vorübergehenden. Auf den folgenden Abbildungen sind verschiedene Arten von Wegkreuzen zu sehen. Das „Hohkreuz“ steht auf einer Anhöhe. Bei den Arma-Christi-Kreuzen werden neben dem Leib Christi die Leidenswerkzeuge (lat. arma = Waffen) der Passion dargestellt. An manchen Kreuzen wird anstelle der Christusfigur eine Bildtafel gesetzt. Einige Male wird Christus als „Guter Hirte“ dargestellt, häufige Motive der Bilder sind Maria mit dem Jesuskind oder Heilige, wie z.B. der Viehheilige Wendelin.

Sühnekreuze

Im Kreis Sigmaringen findet man heute noch zwölf niedere Steinkreuze oder Sühnekreuze. Diese Steinkreuze gehen auf einen Totschlag zurück, sie sind Teil einer Totschlagsühne. Im Mittelalter war es eine Zeitlang möglich, einen Totschlag privatrechtlich mit einem Sühnevertrag zu regeln. Dieser verpflichtete den Täter nicht nur zur Setzung eines Sühnekreuzes, er hatte zudem durch Spenden von Seelenmessen und für die Bedürftigen, Teilnahme an Wallfahrten und Bußprozessionen vor aller Öffentlichkeit die Schuld der Tat zu büßen und für das Seelenheil des Getöteten Sorge zu tragen. 

Brückenheilige

Der bei uns wohl bekannteste Heilige ist der Brückenheilige Johannes Nepomuk, der auf etlichen Brücken im Kreis Sigmaringen in verschiedenen Ausführungen steht. Er wird meist im Habit eines Geistlichen dargestellt, hält ein Kreuz oder die Märtyrerpalme im Arm, legt den Zeigefinger an den Mund und hinter seinem Kopf ragt ein Heiligenschein mit fünf Sternen auf. Er wurde zum Patron der Brücken, weil er als Strafe für die Wahrung des Beichtgeheimnisses von der Karlsbrücke in Prag in die Moldau gestürzt wurde. Die Statue des Heiligen Nepomuk auf der Bahnhofsbrücke über die Donau in Sigmaringen wurde 1902 von Alois Stehle geschaffen.

Weitere Beispiele für Kleindenkmale im Kreis Sigmaringen

 

Auch andere Kleindenkmaltypen sind im Landkreis Sigmaringen vorhanden. Sowohl sogenannte unselbständige Kleindenkmale wie Sonnenuhren und Figuren in Hauswänden, als auch freistehende Kleindenkmale zu Ehren von Persönlichkeiten oder zum Gedenken an Ereignisse finden sich beispielsweise in Meßkirch.